Workshop: Blogs

Heute haben sich 5 interessierte Menschen zusammengefunden, um erste Erfahrungen mit dem Bloggen zu sammeln. Ihre Blogs sind hier erreichbar:

Ich kann auch Beiträge direkt verlinken.

Werbeanzeigen

Geschützt: Testbeitrag

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Umzug…

Ich habe mich nach längerer Überlegung dazu entschlossen, mein Blog zu verstetigen und somit auf meinen eigenen Webserver umzuziehen. Es ersetzt somit meine bisherige (völlig veraltete) Webseite und ist ab sofort unter

hannes-sander.net

zu erreichen.

ChemZ 1 – Der Koffer

Als ersten Teil meines Tests des ChemZ-Konzeptes möchte ich den „Lehrerkoffer“ der Firma ChemZ etwas näher unter die Lupe nehmen. Damit ihr euch einen Eindruck verschaffen könnt, beginne ich mit einem Übersichtsfoto.

Übersicht über den ChemZ-Koffer

Der Koffer an sich ist äußerst stabil, vergleichbar mit einem Werkzeugkoffer. Er enthält Fächer, die in ihrer Größe verstellbar sind. Außerdem ist er randvoll mit Spritzen diverser Größen und Formen, einer Hahnenbank, mehreren Dreiwegehähnen, Schläuchen, einem Reagenzglas mit seitlichem Ansatz und vielem anderen mehr. Meine erste Großtat: Ich begann zu spielen.

Denn das System bietet einem alten Lego-Bauer wie mir sehr viel Abwechslung. Hat man sich erstmal mit dem Luer-Lock-System (so sind Verbindungen einfach miteinander verschraubbar) angefreundet, entwickelt man schnell auch komplizierteste Aufbauten. Alles in allem war ich durch die vielen Möglichkeiten positiv angetan.

Jedoch gibt es beim Koffer auch einige Dinge, die ich mir zusätzlich gewünscht hätte. Das ChemZ-Konzept empfiehlt Silikonfett zum Fetten der Spritzen, damit diese leichtgängiger laufen. Leider ist dieses im Lehrerkoffer nicht zu finden. Einige Versuche mit Exsikkatorfett und Glycerin waren aber durchaus auch erfolgreich. Ich kann allerdings nicht beurteilen, in wie weit sich diese Art der Fettung auf die Lebensdauer der Spritzen auswirkt.

Außerdem wären einige Schläuche verschiedener Größen sehr praktisch gewesen. Diese finden sich aber wahrscheinlich in den allermeisten Schulen und stellen nicht wirklich ein Manko dar.

So, die Frage aller Fragen zum Schluss: Ist der Preis von 100 € gerechtfertigt? Hier von mir ein klares „Jein“. Die meisten Inhalte des Koffers sind doch eher centPfennigartikel, lassen sich im Handel aber meist nur in 100er oder 1000er Packungen kaufen. Zum „mal Ausprobieren“ ist der Koffer, soweit meine Recherchen reichen, die günstigste Version. Entscheidet man sich allerdings zur großflächigen Nutzung von ChemZ an einer Schule, so stellen die großen Packungen wohl kein deutliches Problem dar.

Im nächsten Teil meiner kleinen Serie werde ich über die Entwicklung von Gasen mit ChemZ schreiben und meine Erfahrungen schildern.

ChemZ – Chemie mit Medizingeräten

Ich habe zur Zeit die schöne Möglichkeit, in einem zweiwöchigen Praktikum an der Uni Hamburg mich voll und ganz einem Thema meiner Wahl zu widmen. Es sollte möglichst einen großen Alltagsbezug besitzen und perspektivisch (so oder ähnlich) auch in der Schule durchführbar sein.

Da ich vor einiger Zeit das Konzept „Chemie mit medizintechnischem Zubehör“ (ChemZ) im Internet entdeckt habe, entschied ich mich für die Untersuchung von Gasen mit Hilfe von ChemZ. Der Alltagsbezug ist in meinen Augen zum einen durch die „alltäglichen“ Geräte wie Spritzen usw. gegeben, zum anderen aber auch durch die starke Relevanz von Gasen (Atmung, CO2 in Getränken, Auflösen von Kalk unter CO2-Entwicklung, Verbrennungsreaktionen in verschiedenen Atmosphären, CO2-Löscher, …).

Glücklicherweise finanzierte mit die Uni den fertigen Experimentierkoffer der Firma ChemZ, sodass ich alles beisammen habe. In der nächsten Zeit möchte ich nach und nach über den Koffer, die durchgeführten Versuche, Fehlschläge, Ideen und Erfahrungen an dieser Stelle berichten. Da während des Praktikums wahrscheinlich nicht wahnsinnig viel Zeit für Schreibereien im Internet verbleibt, werden sich die Berichte über einen längeren Zeitraum als zwei Wochen Praktikumszeit verteilen.

Ich hoffe, meine Erfahrungen helfen dem Einen oder der Anderen weiter bei der Entscheidung Für und Wider des Konzeptes ChemZ und für neue Versuche.

Das Periodensystem im Unterricht

Eine neue (?) Art, das Periodensystem zu entdecken, geht Professor Poliakoff von der University of Notingham auf seiner Webseite periodicvideos. Als Einstieg in die Stoffchemie sind diese Videos mit Sicherheit geeignet – auch mir, als mittlerweile fast langjährigem Chemiestudenten macht das Schauen dieser Videos viel, viel Spaß. Besonders empfehlenswert finde ich das Video zu Stickstoff, das ich kurz einbinden möchte um die grundsätzliche Machart der Videos zu illustrieren:

Für den Tipp muss ich mich bei lernenheute und Felix Schaumburg bedanken.

Ausgehend von diesem Video stellt sich mir die Frage, welchen Stellenwert das Periodensystem der Elemente (PSE) im heutigen Chemieunterricht hat (und haben sollte). Die folgenden Einschätzungen sind natürlich hochgradig subjektiv und dürfen gerne diskutiert werden!

Einigkeit dürfte darin bestehen, dass das Periodensystem ein unverzichtbares Hilfsmittel für die praktische Bearbeitung von Aufgaben darstellt und daher an sich bereits einen hohen Bildungswert besitzt – angefangen bei der Vorraussage  von Bindungsverhältnissen in Molekülen und Verhältnisformeln von Salzen über das stumpfe Ablesen von Eigenschaften und elektronischer Struktur der einzelnen Elemente bis hin zur wissenschaftshistorischen Betrachtung des PSE als Glanzleistung des menschlichen Geistes mit interessanter Entdeckungsgeschichte. Um es kurz zu machen: Ein wunderbarer Erfolg des Chemieunterrichts wäre es, wenn am Ende ihrer Schulzeit Schüler den Aufbau des Periodensystems verstehen und es als Hilfsmittel einsetzen können.

Mein Eindruck – ihr mögt mich hier gerne widerlegen – zeigt aber, dass viele Lehrer ihre Schüler noch immer stumpf das PSE auswendig lernen lassen (genau zu diesem Zweck gibt es an anderer Stelle sogar diverse Merksprüche). Der Sinn dieses Unterfangens erschließt sich mir nicht, da es schlicht und einfach in keiner Weise zu dem von mir oben formuliertem Lernziel des Verstehens passt. In meinen Augen lernt ein Schüler durch das kontinuierliche Arbeiten mit dem PSE genau die Elemente kennen und einzuordnen, die er öfter für Aufgaben und Experimente benötigt. Alle anderen kann man nachschauen – und das ist keine Schande!

Können Videos wie die des „periodic table of videos“ zum Verständnis des PSE beitragen? Ich meine ganz klar: ja. Zum einen illustrieren sie eine ganze Menge an Stoffchemie, zeigen interessante Phänomene und Experimente, die zumindest teilweise selbst durchführbar sind und wecken im Idealfall Interesse. Zum anderen lernen meiner Erfahrung nach Menschen durch Beispiele. Werden im heutigen Chemieunterricht meist nur einige wenige Hauptgruppen näher beleuchtet, um gemeinsame Eigenschaften herauszuarbeiten, können die Schüler sich mit solchen Videos schnell und einfach selbst einen Überblick über ähnliche Eigenschaften der Elemente verschaffen. Und so kommt hoffentlich bei vielen der Verstehensprozess in Gang – mit der einfachen Frage: Warum?

P.S.: Als Ergänzung noch ein besonderes Schmankerl zum Thema PSE. Viel Spaß!

Wissensexplosion in Deutschland

Gerade las ich einen sehr interessanten Artikel bei Spiegel Online über die unterschiedliche Veröffentlichung von Wissen in Deutschland un England im 19. Jahrhundert. Dort wird ein Zusammenhang zwischen der Anerkennung von „Geistigem Eigentum“ und somit einhergehender Limitierung von Auflagen neuer Bücher und der industriellen Entwicklung hergestellt.

In Deutschland, so der Artikel, konnte auf Grund der Zerschplitterung in viele kleine Staaten, kein „geistiges Eigentum“ geschützt werden. Neue Bücher wurden daher oft schnell kopiert und gerade praktische Ratgeber waren auch für viele nicht zur absoluten Elite gehörende Menschen bezahlbar. Es gab geradezu eine Inflation an Ratgeberliteratur in Deutschland die zum schnellen Wandel von der Agrarnation hin zur modernen Industrienation führte.

In England hingegen gab es geistiges Eigentum. Bücher wurden kaum kopiert und nur in geringen Stückzahlen veröffentlicht. Dementsprechend teuer waren sie und dementsprechend wenige Menschen konnten sich eigene Bücher leisten. Die wirtschaftliche Entwicklung in England verlief daher wesentlich langsamer – ausgehend von dem sehr viel höherem technischen Niveau noch zu Anfang des Jahrhunderts – als in Deutschland.

Jedoch waren in Preußen, dem größten Deutschen Staat,  Realgymnasien erst ab 1882 zugelassen, bis 1900 führte das humanistische Gymnasium allein zum Abitur. Wie passt das mit dem in dem Artikel geschilderten Umständen zusammen?

Meine Interpretation: Die Bildungselite pochte weiter auf dem humanistischen Gymnasium als Zugangsvorraussetzung in öffentliche Ämter. Dabei lebten sie aber offenbar an der Realität vorbei: Durch eine – um mit Spiegel Online zu sprechen – unglaubliche Wissensexpansion gerade in naturwissenschaftlich-technischen (und somit tendenziell „realen“) Wissenschaften konnte sich eine deutsche Industrienation überhaupt erst konstituieren und mit anderen europäischen Ländern auf Augenhöhe kommunizieren.